Stilkunde

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Unsere Kleidung ist ein wichtiger Teil von dem, was wir der Welt als unser Inneres präsentieren. Und sie reflektiert gleichzeitig, wie wir uns selbst damit fühlen. Die Herausforderung von Berufskleidung liegt darin, alle verschiedenen Figuren, Größen und Bedürfnisse eines Teams zu berücksichtigen. Ein harmonisches Gesamtbild zu kreieren und der Individualität eines jeden Einzelnen gerecht zu werden.

Aus der Psychologie wissen wir, dass Harmonie keine Frage von Geschmack ist, sondern ein angeborener Reflex. Deshalb wirken »stimmig angezogene« Menschen, bei denen die Schnittführung mit ihren Körperproportionen harmonisieren, schön auf uns – und zwar unabhängig davon, ob sie jung oder alt, groß oder klein, dick oder dünn sind.

Die Stilberatung beschäftigt sich mit der Lehre der Proportionen. Das ideale Verhältnis zwischen Kopf, Oberkörper und Beinen hat Leonardo da Vinci in seiner berühmten Zeichnung „Der vitruvianische Mensch“ dargestellt. Dieses Idealbild der menschlichen Schönheit ist daher kein absolutes, sondern besteht aus der Beziehung einzelner Teile zueinander, wie es auch der Goldene Schnitt fordert. Doch nur bei wenigen Menschen ist der Körper so proportioniert. Dennoch wirkt jeder Körper harmonisch, wenn wir die »zu kurzen « Strecken optisch verlängern und die »zu langen« optisch verkürzen. Wenn wir uns unseren Proportionen gemäß kleiden, wirkt die Figur dann eben doch »ideal«.

Figur-Typen und Proportionen

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Wir unterscheiden zunächst drei verschiedene Figur-Typen:

1. Lange Beine, kurzer Oberkörper, die typische Modellfigur.
Die optische Mitte verschiebt sich nach unten, also unterhalb der Schritthöhe, und so lang sollte dann auch das Oberteil sein, wenn Sie stimmig wirken möchten. Sie sollten alles vermeiden, was den Oberkörper kürzer wirken lässt: Auffällige Muster, andersfarbiger Gürtel, starke Farbkontraste, Kimono und Raglanärmel, Taschenklappen auf dem Jacket usw.

2. Langer Oberkörper, zu kurze Beine, der asiatische Figur-Typ. Natürlich sehen Sie wunderschön in Ihrem Kimono aus, weil er Sie nämlich durch den Gürtel im eher langen Oberkörper kürzer wirken lässt und damit die Beine optisch verlängert. Die Mitte liegt also oberhalb der Schritthöhe und Sie sollten alle waagerechten Linien im Beinbereich wie beispielsweise Aufschlag auf der Hose, andersfarbige Strümpfe bzw. Schuhe, gemusterte Hosen oder Röcke meiden.

3. Dieser Figur-Typ entspricht fast dem Ideal, weil er im mittleren Bereich nur etwas kürzer ist, als oben und unten. In der Stilberatung wird genau diese Proportionen ausgemessen und durch den bewussten Einsatz von senkrechten und waagerechten Linien lässt sich die Figur optisch ins rechte Lot bringen.

Unsere Ganzkörper-Dokumentation können Sie hier als PDF herunterladen.